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Zuckermarktordnung

Reformierung 2006
2006 wurde die Zuckermarktordnung mit Blick auf die wichtigsten Zielsetzungen reformiert. Diese beinhalten, dass der europäische Zuckerpreis gesenkt und stärker mit dem Weltmarktpreis in Einklang gebracht werden soll; ein kleinerer, konkurrenzfähiger Zuckersektor entstehen soll; man sich gegenüber den am geringsten entwickelten Ländern öffnen und sich an das WTO-Recht (World Trade Organisation) halten wolle.
 

Die Reformierung hatte eine enorme Auswirkung auf den europäischen Zuckersektor und führte zu einem Kahlschlag im Bereich der EU-Zuckerproduktion. Diese ist von 19 Millionen Tonnen auf 13 Millionen Tonnen zurückgegangen. Von ursprünglich 310.000 Rübenanbauern stellten 140.000 die Rübenzucht ein, was einer Abnahme von 750.000 ha Rüben in Europa entspricht. Von den ehemals 189 europäischen Zuckerfabriken wurden 83 geschlossen. In fünf europäischen Ländern wurden die Türen der Zuckerindustrie für immer geschlossen und hörte man damit auch mit dem Rübenanbau auf. Auch in den Niederlanden hat ein kräftiger Umschlag im Bereich der Effizienz stattgefunden: Royal Cosum hat CSM suiker BV übernommen und drei der fünf niederländischen Zuckerfabriken wurden geschlossen.
 

Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Europäische Rechnungshof folgern daraus, dass die europäischen Zielsetzungen zur Zuckermarktordnung erreicht wurden. 
Das heutige System ist WTO-konform, fügt sich in die Pläne der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und steht im Einklang mit den „Everything But Arms“ Regeln. Europa hat sich vom Netto-Exporteur Zucker zum Netto-Importeur Zucker entwickelt. Die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Sektors hat sich stark verbessert und zudem ist das heutige System für den europäischen Steuerzahler kostenneutral. Auch der Zuckersektor ist der Meinung, dass alle EU-Zielvorgaben eingehalten wurden. Der Zuckerexport ist nur unter strengen Auflagen möglich: Der Export von subventioniertem Quotenzucker ist nicht mehr möglich und die EU darf jährlich nur noch maximal 1,374 Millionen Tonnen Produktionsüberschüsse exportieren. Subventionen oder Ausgleichszahlungen sind daher nicht mehr möglich. Dadurch ist das heutige System, das vom 1. Juli 2006 bis zum 1. Oktober 2015 gilt,  WTO-konform.
 

Brüssel stellt seine neue GAP nach 2013 vor
Am 12. Oktober 2011 hat der EU Kommissar Cioloş  die Gemeinsame Agrarpolitik für 2014 -2020 erläutert. Ein Teil der Rechtsvorschläge der Europäischen Kommission  befasst sich mit der Abschaffung der Quotenregelung im Bereich Zucker per September 2015. Das Europäische Parlament hingegen stimmte noch im Juni für einen Erhalt der Zuckerregelung bis mindestens 2020. Das Europäische Parlament ist genau wie die Industrie der Meinung, dass der Zeitraum bis 2020 erforderlich ist, um sich einen besseren Überblick über die Folgen der Abschaffung der Zuckerquote  verschaffen zu können.
 

Der Rechtsvorschlag der Europäischen Kommission wird in der nächsten Zeit vom Europäischen Parlament und den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union beurteilt.
 

Suiker Unie beteiligt sich aktiv am Dialog über die Zukunft des Zuckermarktes. Unsere wichtigste Aussage ist, dass der Zuckersektor gerade erst einen einschneidende Reformierung hinter sich hat und diese erst Ende 2011 abgerundet werden kann. Da sich der Sektor zur Zeit im Gleichgewicht befindet, ist die Notwendigkeit zum jetzigen Zeitpunkt zu reformieren, auch nicht vorhanden. Gerade auch, weil die heutige Zuckermarktordnung ein deutliches und effektives Instrument zu sein scheint, um den gestellten Zielen der GAP, wie z.B. Lebensmittelsicherheit und Stabilität, Rechnung zu tragen. Gerade jetzt, da der Sektor eine erfolgreiche Reformierung bewältigt hat, müssen der Sektor und das neue System die Chance erhalten, sich zu beweisen.
 

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